10/05/2013

Zeitplan

Datum

Tressin:

„Warnstreiks unnötig und unverantwortlich. Arbeit sichern, statt niederlegen.“

Der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper e.V., Rechtsanwalt Andreas Tressin, kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum die IG Metall in der diesjährigen Tarifrunde die größte Warnstreikaktion in de Geschichte der IG Metall ankündigt. „Da erarbeiten wir gemeinsam das ganze Jahr zwischen den Tarifrunden konstruktiv ohne Säbelgerassel und stets auf Augenhöhe betriebliche Lösungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und damit zum Erhalt von Arbeitsplätzen, aber immer wenn es um die „Fläche“ geht, holt die IG Metall den Streik aus dem Hangar“.

Kein Verständnis hat Tressin darüber hinaus für die unsachliche Reaktion auf das Arbeitgeberangebot. Dass es sich hierbei um eine Provokation oder gar um eine Nullnummer handelt, wies Tressin ausdrücklich zurück. Das Gegenteil ist richtig: alle wirtschaftlichen Daten, Zahlen und Fakten belegen, dass es sich um ein faires und für die Arbeitnehmer tragfähiges Angebot handelt; so würde durch einen Abschluss mit dem Arbeitgeberangebot das Durchschnittseinkommen der Branche auf deutlich über 50.000,00 € im Jahr steigen. Damit kommt zusätzlich entsprechende Kaufkraft für die Inlandsnachfrage hinzu, die die IG Metall immer wieder als Stabilitätsfaktor für die Beschäftigten im Land verlangt. Mehr „Stabilitätsfaktor“ ist einfach nicht drin, da dieser bei einem immer brutaler werdenden Preis- und Margenkrieg am Markt erst einmal verdient werden muss. Die IG Metall weiß im Übrigen ebenso gut wie wir, dass es in der Metall- und Elektroindustrie nicht nur Porsche, Mercedes und BMW gibt, sondern auch Opel und Ford. Diese Heterogenität aus der Automobilbranche spiegelt sich eins zu eins auch auf unsere Betriebe wieder. Wenn die IG Metall in dieser Runde bei den Entgelten diese Unterschiede und damit die Belastungsgrenzen der Betriebe ignoriert, werden hier einige Betriebe bald aus der Kurve fliegen. Der IG Metall ist weiterhin bekannt, dass nicht nur die Kosten der Arbeitnehmer, sondern auch die Kosten in den Betrieben ständig wachsen und ebenso am Markt erst verdient werden müssen; Tressin nannte in diesem Zusammenhang exemplarisch allein die enorm gestiegenen Energiekosten. Die anderen Wettbewerber holen bei den Lohnstückkosten zudem immer mehr auf und wir verlieren gleichzeitig bei der internationalen Wettbewerbsfähigkeit immer mehr an Terrain. Die IG Metall sollte deshalb verlässlich und fair agieren. Tressin erwartet deshalb von der IG Metall, dass sie eine Verschärfung der Tarifrunde durch Streiks unterlässt und sich konstruktiv mit unserem Angebot auseinandersetzt. Die nach wie vor extrem unsichere wirtschaftliche Entwicklung mache einen zügigen und angemessenen Kompromiss notwendig. Die IG Metall sollte jetzt mithelfen unsere Rekordbeschäftigung zu halten und nicht unnötig die Stimmung vergiften.